Atlastherapie nach Arlen

Bei der Atlastherapie nach Arlen (1985) handelt es sich um eine besondere Form der manualmedizinischen Behandlung, die mit einer Impulsgebung auf den 1. Wirbelkörper (Atlas) verbunden ist. Ziel der kurzen Impulse auf den Querfortsatz des ersten Halswirbels ist es, auf das sog. Nackenrezeptorenfeld einzuwirken, von wo erhebliche Anteile der Steuerung des gesamten Muskeltonus und des vegetativen Systems erfolgen.

Es besteht dort die höchste Dichte an propriozeptiven Spindelrezeptoren, die einen massgeblichen Anteil an der Funktion der biologischen Regelkreise für die Stützmotorik und das Gleichgewichtssystem haben (Markus u. Kemlein 2001).

Diese Impulsgebung und ihre Wirkung auf das nervale System in der (glatten und quergestreiften) Muskulatur ist im Vergleich zu anderen «Manipulationen» im Rahmen der manualmedizinischen Behandlung sehr schonend, da nur minimale mechanische Kräfte einwirken.

Die Atlastherapie wird angewandt z.B. bei Säuglingen mit Haltungsanomalien (z.B. Säuglingsskoliose), aber auch bei sog. Schreikindern. Darüber hinaus wird sie auch bei Erwachsenen mit z.B. Migräne, Schwindel, Tinnitus oder Rückenproblemen angewendet.

Die Behandlung ist weitgehend schmerzfrei.